Carlo-Schmid-Stiftung
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2026 Maja Göpel

Die Carlo-Schmid-Stiftung hat am Freitagabend in der Aula der Universität Mannheim den Carlo-Schmid-Preis 2026 an die Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung ihren herausragenden Einsatz für Wissenschaft, öffentliche Aufklärung und den faktenbasierten gesellschaftlichen Dialog. Der Preis wird seit 1989 an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich in besonderer Weise um die Weiterentwicklung des demokratischen Rechtsstaats und der liberalen politischen Kultur verdient gemacht haben. Rund 200 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft nahmen an der diesjährigen Preisverleihung teil.

Die Laudatio hielt Bundespräsident a.D. Christian Wulff und hob darin insbesondere Maja Göpels Rolle für eine demokratische Gesellschaft hervor: „Wenn eine Gesellschaft in Versuchung gerät, wegzuschauen, wenn die Fakten unbequem werden, wenn Populisten lautstarker sind als die Vernunft – dann braucht Demokratie Menschen, die standhaft sind, klar sprechen und trotzdem die Brücken nicht abreißen lassen. Maja Göpel ist eine solche Persönlichkeit.“

Maja Göpel machte in ihrer Rede deutlich, dass die Grundlagen demokratischer Gesellschaften zunehmend unter Druck geraten: „Demokratische Gesellschaften basieren auf der Idee, dass Menschen Zugang zu verlässlichen Informationen haben und auf dieser Grundlage gemeinsam Entscheidungen treffen können. Dafür braucht es freie Wissenschaft, unabhängige Medien und geschützte öffentliche Räume.“ Gleichzeitig warnte sie vor den aktuellen Entwicklungen im digitalen Raum: „Wir erleben derzeit, wie Desinformation, Polarisierung und digitale Plattformlogiken genau diese Grundlagen angreifen.“ Vor diesem Hintergrund stehe Europa vor der Aufgabe, demokratische Räume und verlässliche Informationen zu sichern und zugleich eine Zukunftsvision zu entwickeln.

Abschließend betonte Göpel: „Die große Aufgabe unserer Zeit besteht darin, Technologie, Finanzkapital, wissenschaftliches Wissen, demokratische Kultur und ökologische Verantwortung wieder zusammenzubringen.“ Nur so könnten Lösungen entstehen, „die weltweit tragfähig sind und gleichzeitig Lebensqualität mit einem möglichst geringen ökologischen Fußabdruck verbinden“.

Für Dr. Peter Kurz, Vorsitzender des Vorstandes der Carlo-Schmid-Stiftung, steht die diesjährige Preisverleihung in besonderer Weise im Zeichen der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen: „Die durch den Carlo-Schmid-Preis beförderte Idee der Stärkung der liberalen politischen Kultur ist angesichts der aktuellen Bedrohungen der Demokratie wichtiger denn je. Maja Göpel leistet mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit und ihrer außergewöhnlichen Vermittlungsfähigkeit einen wichtigen Beitrag zum rationalen Diskurs und damit zur Sicherung der Demokratie.“

Auch Andreas Stoch, SPD-Landesvorsitzender und Vorsitzender des Kuratoriums der Carlo-Schmid-Stiftung, unterstrich die Bedeutung des Preises: „In einer Zeit, in der der Gegenwind größer wird, ist es ein wichtiges Statement, diesen Preis gerade jetzt zu verleihen. Denn wir dürfen nicht stehen bleiben – wir müssen uns gemeinsam bewegen angesichts globaler Aufgaben und Herausforderungen. Besonders in Deutschland erleben wir derzeit einen Widerspruch: Wir rufen immer lauter nach Reformen, tun uns aber zugleich mit jedem noch so kleinen Schritt immer schwerer.“

Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Band listentojules, die der Veranstaltung einen besonderen Rahmen verlieh.

Zu Beginn der Preisverleihung wurde Siegmar Mosdorf zum Ehrenvorsitzenden der Stiftung ernannt. Siegmar Mosdorf war von 1987 bis 2019 Vorsitzender des Vorstandes. Während dieser Zeit fanden dreizehn Preisverleihungen statt. 

Eine ausführliche Dokumentation der Preisverleihung wird zeitnah veröffentlicht.

2024 CORRECTIV

Die Preisträger:innen des Carlo-Schmid-Preises 2024 von CORRECTIV und Mitglieder des Vorstands und Kuratoriums der Carlo-Schmid-Stiftung auf einem Gruppenfoto.

© Bilder: Fernanda da Silva Augel

Das Medienhaus Correctiv hat in der Aula der Universität Mannheim am Samstag, 6. Juli 2024 den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Carlo-Schmid-Stiftung für seinen herausragenden Beitrag zur Stärkung der Demokratie erhalten. Über 170 Gäste wohnten der festlichen Preisverleihung bei.

Der Vorstandsvorsitzende der Carlo-Schmid-Stiftung, Dr. Peter Kurz, würdigte den Laudator, Heribert Prantl, der als ehemaliger Politikchef der Süddeutschen Zeitung profund von der Verantwortung und Gefährdungen der Medien berichten kann. Den 75. Geburtstag des Grundgesetzes wolle man zum Anlass nehmen, den prägenden Einfluss des Namensgebers der Stiftung auf die Entstehung des Grundgesetzes zu würdigen. Schmid habe damals mit dazu beigetragen, mögliche Bedrohungen der Demokratie durch das Grundgesetz zu verhindern und die Pressefreiheit als wichtigen Beitrag zur Verteidigung der Demokratie Verfassungsrang gegeben.

Luise Lange-Letellier, Leiterin Kommunikation und Fundraising bei CORRECTIV, spricht bei der Verleihung des Carlo-Schmid-Preises 2024 an CORRECTIV am Rednerpult. Rechts neben ihr steht David Schraven, Gründer und CEO von CORRECTIV.

Luise Lange-Letellier vom gemeinnützigen Medienunternehmen Correctiv, bedankte sich für diesen Preis, der als Besonderheit die Verteidigung der Demokratie zum Inhalt habe. Seit der Gründung vor zehn Jahren sei das der Auftrag von „Correctiv“. „Wir werden Desinformationen aufdecken, auf Missstände gucken und es den Rechtsextremen ungemütlich machen. Wir sind hellwach und werden sicher nicht müde.“, versprach Lange-Letellier.

David Schraven, Gründer und Publisher des Unternehmens, sagte in seiner Ansprache, dass aus seiner Sicht, Journalismus und Demokratie immer zusammengehören: „Ohne Journalismus keine Demokratie und ohne Demokratie kein Journalismus.“ Er sehen den Auftrag von Correctiv, helfen zu verstehen, worum es geht, um nicht den falschen Leuten auf den Leim zu gehen. „Wir wollen mit den heutigen Mitteln das Gute aus der Vergangenheit in die Zukunft bringen, denn viele hätten vergessen, warum wir frei leben können“. Jugendliche denken oft, Demokratie falle vom Himmel, so Schraven. Er habe Angst, den größten Schatz der Menschen verspielen. „Eine Macht wird immer größer, von der wir dachten, sie würde es nicht mehr geben. Wir müssen helfen zu verstehen, was da passiert. Müssen verhindern, dass unser Land gespalten, Europa kaputt gemacht und unser Wohlstand zerstört wird. Wir müssen uns dem stellen und können nicht ausweichen“, so sein Appell. „Als Correctiv werden wir weiter versuchen aufzuklären. Keiner darf sagen können, er hätte es nicht gewusst.“

Heribert Prantl, langjähriger Politikchef der Süddeutschen Zeitung, spricht am Rednerpult bei der Verleihung des Carlo-Schmid-Preises 2024 an CORRECTIV.

In seiner Laudatio würdigte Heribert Prantl, langjähriger Politikchef der Süddeutschen Zeitung, Correctiv als eine herausragende Initiative zur Qualitätssicherung der Medien: „Guter Journalismus ist ein Journalismus, bei dem die Journalisten wissen, dass sie eine Aufgabe haben – und dass diese Aufgabe mit einem Grundrecht zu tun hat: Artikel 5 Grundgesetz, die Pressefreiheit.“ Prantl verwies darauf, dass nicht für jeden Beruf ein eigenes Grundrecht geschaffen worden sei und dass dieses zur Sachkunde verpflichte, die sich mit „Souveränität, Ausdauer, Neugierde, Sorgfalt und Aufklärungsinteresse“ paare. Und mit Blick auf Correctiv ergänzte er: „Guter Journalismus geht daher über das Aufdecken hinaus. Er ist Moderator und Motor für Veränderungen. Das ist so wichtig wie das Aufdecken. Das ist Pressefreiheit. Das ist praktizierter Gemeinnutz.“

Die Recherchen, die Correctiv am 10. Januar 2024 unter dem Titel „Geheimplan gegen Deutschland“ veröffentliche, hatten „das Land in Aufruhr versetzt“, so Prantl. Correctiv berichtete Anfang des Jahres über ein Geheimtreffen von Rechtsextremisten in einer Villa unweit des Wannsees, bei dem die Teilnehmer die Möglichkeiten der Vertreibung von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund besprachen. Rechtzeitig zum Grundgesetzjubiläum habe Correctiv mit der Recherche zu den rechtsextremen Vertreibungsplänen den Blick auf den Artikel 1 des Grundgesetzes gelenkt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Heribert Prantl fasste seine Laudatio zusammen mit den Worten: „Der Carlo-Schmid-Preis, hinter dem ein demokratisches Motto steht, das Carlo Schmid geprägt hat:

Wir alle sind die Brandmauer!“

Andreas Stoch, Vorsitzender des Kuratoriums der Carlo-Schmid-Stiftung, spricht am Rednerpult bei der Verleihung des Stiftungspreises 2024 an CORRECTIV. Rechts neben ihm stehen David Schraven, Gründer und CEO von CORRECTIV, Dr. Peter Kurz, Vorstandsvorsitzender der Carlo-Schmid-Stiftung, Luise Lange-Letellier, Leiterin Kommunikation und Fundraising bei CORRECTIV, Marcus Bensmann, Senior Reporter und Justus von Daniels, Chefredakteur.

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch, der auch Kuratoriumsvorsitzender der Carlo-Schmid-Stiftung ist, stellte die Bedeutung der Recherchen von Correctiv zum Geheimtreffen von Rechtsextremen in Potsdam heraus:

„Correctiv hat die Bedrohung unserer demokratischen Werte mit den Recherchen zum sogenannten Potsdamer Treffen in der breiten Gesellschaft bewusst gemacht. Dadurch sind Menschen in diesem Land aufgewacht und aufgeschreckt. Sie unterstreicht die Bedeutung journalistischer Arbeit, die sich im Dienste der Gesellschaft sieht“.

Musiker des IG Pop und des Mannheimer Thekenchors treten gemeinsam auf der Bühne bei der Preisverleihung des Carlo-Schmid-Preises 204 auf.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von „IG Pop“ und dem Thekenchor aus Mannheim, die modern arrangierte Arbeiterlieder zum Besten gaben.

Der Carlo-Schmid-Preis wird seit 1989 an Personen oder Organisationen verliehen, die einen Beitrag zur Erhaltung und Weiterentwicklung des demokratischen Rechtsstaats und der liberalen politischen Kultur im Sinne der liberal-humanistischen Tradition Carlo Schmids, einem der Väter des Grundgesetzes, geleistet haben.

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